Aktuelles

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Webseite!


Unsere nächsten Veranstaltungen:

HINWEIS!

Aufgrund der seit dem 02.11.2020 geltenden Beschränkungen auf Grundlage der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW müssen wir unsere für den 09. November 2020 geplante Gedenkveranstaltung im Franz Hitze Haus leider absagen!


Unsere nächsten, ursprünglich als Präsenzveranstaltungen geplanten Veranstaltungen werden als Webinare stattfinden. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich (s. unten)!



Mittwochsgespräch mit Dr. Ronen Steinke über Terror gegen Juden
(in Kooperation mit der Villa ten Hompel):

Wie antisemitsche Gewalt erstarkt und der Staat versagt - eine Anklage

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich.

Der jüdische Autor Ronen Steinke, Jurist und Redakteur der Süddeutschen Zeitung. ist durch Deutschland gereist und erzält von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Nach Gesprächen u.a. mit RabbinerInnen und PolizistInnen kommt er zu dem Schluss, dass sich Vieles ändern muss. Was zu tun wäre, erklärt er in seinem Buch.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie zum Anmeldeverfahren unter https://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2020-11-25-mittwochsgespraech-steinke.html

Datum: 25.11.2020, 19 Uhr - Veranstaltung findet als Webinar statt!

Eine vorherige Anmeldung bis zum 23.11.2020 ist erforderlich!



Mitwochsgespräch mit Dr. Philipp Gut
(in Kooperation mit der Villa ten Hompel):


Jahrhundertzeuge Ben Ferencz - Der Mann, der SS-Generäle jagte, Opfer entschädigte und für den Welfrieden kämpft

Der Jurist Ben Ferencz entdeckte nach dem Zweiten Weltkrieg einen Ordner mit minutiös aufbereiteten SS-Ereignismeldungen - eine Chronik des Massemords. Der daraus folgende Einsatzgruppenprozess in Nürnberg, in dem Ben Ferencz mit gerade einmal 27 Jahren als Chefankläger auftrat, gilt als größter Mordprozess der Geschichte.

Der Historiker und Journalist Dr. Philipp Gut hat Gespräche mit Ben Ferencz geführt und lässt anhand der Biografie dieses faszinierenden Jahrhundertzeugen die Geschichte des 20. Jahrhunderts lebendig werden.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie zum Anmeldeverfahren unter https://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2020-12-02-mittwochsgespraech-philipp-gut.html

Datum: 02.12.2020, 19 Uhr - Veranstaltung findet als Webinar statt!

Eine vorherige Anmeldung bis zum 30.11.2020 ist erforderlich!



Informationen zu früheren Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungsarchiv.


Presseartikel über unsere Veranstaltung mit Uwe Becker, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft:


"Mit dem Coronavirus breitet sich der Antisemitismus aus"

Anlässlich einer Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Münster am 10.09.2020 warnte Uwe Becker, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, vor einem Anstig des Antisemitismus während der Coronazeit. Er zeigte sich betroffen, dass in Münster eine Informationsveranstaltung des Jungen Forums der DIG Münster zur BDS-Bewegung abgesagt wurde, weil der Veranstalter Drohbriefe erhalten hatte. Eine ausführliche Zusammenfassung der Stellungnahmen Beckers finden Sie in dem von Frau Kramer-Santel am 12.09.2020 in den Westfälischen Nachrichten veröffentlichten Artikel


Hinweis in eigener Sache:


Für Israel und gegen Antisemitismus!

Unter diesem Titel hat das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Münster am 25.07.2020 mit vielen Unterstützern gegen die Kundgebung "Nein zur Annexion" protestiert. Das Junge Forum hat auf seiner Facebook-Seite eine Nachbetrachtung zu diesen Veranstaltungen veröffentlicht, deren Lektüre wir Ihnen sehr empfehlen: https://de-de.facebook.com/notes/junges-forum-dig-münster/nachbetrachtung-der-kundgebungen-nein-zur-annexion-und-für-israel-und-gegen-anti/1439508709574768/


Wir möchten zudem auf unsere Pressemitteilung vom 25.05.2020 hinweisen, die wir als Arbeitsgemeinschaft Münster der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) e.V. gemeinsam mit dem Jungen Forum der DIG Münster sowie der Jüdischen Gemeinde Münster verfasst haben:

Antisemitismus bei Corona-Demonstrationen in Münster

Mit dem Coronavirus verbreitet sich auch das Virus des Antisemitismus in unserem Land und sorgt für ein Klima von Hass und Hetze gegen Juden und den Staat Israel. Die Coronakrise führt in diesen Tagen nicht nur zu erheblichen gesundheitlichen, gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen, sondern auch zu einer gefährlichen Ausbreitung antisemitischer Hassbotschaften und Verschwörungsthesen.

Auch im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen die Corona-Regeln in Münster ist es zu antisemitischen Vorfällen gekommen. Es zeigt sich, wie in anderen Städten, dass Antisemitismus in Münster eine Konstante dieser Demonstrationen und der Milieus, die sie tragen, ist.

Björn Wegner, einer der leitenden Organisatoren der Münsteraner Kundgebungen, bezeichnete Israel auf der Demonstration am 16.05.2020 öffentlich als "rassistischen Apartheidstaat", was eine antisemitische Dämonisierung Israels darstellt. Anlass dafür war das Zeigen der israelischen Fahne, des Symbols des jüdischen Staates, unter den Gegendemonstranten, die damit auf die antisemitischen Implikationen der Verschwörungsthesen der Demo- Organisatoren hinweisen wollten. (Siehe hierzu unsere Richtigstellung vom 16.06.2020)

Ein anderer Redner und Organisator, Felix Beuse, verglich in seiner Rede am 16.05.2020 die aktuelle Lage mit 1933 und relativierte damit die Verbrechen des Nationalsozialismus. Er stellte die Machtergreifung der Nationalsozialisten als bloße Verführung der Deutschen durch Hitler dar und klammerte den Antisemitismus und das völkische Denken sowie die Verbrechen der Deutschen völlig aus. Dies sind klassisch geschichts-revisionistische Muster, die zu einer Schuldabwehr beitragen und den Opfermythos unschuldiger Deutscher befeuern.

Beuse verbreitet auf YouTube die Verschwörungsthese, nach der Bill Gates durch die Corona-Pandemie einen Plan durchführe, um die Menschheit in "Abhängigkeit" zu zwingen. Nicht nur die Struktur dieser Erzählung, sondern auch die explizite Wortwahl sind antisemitisch konnotiert: Im antisemitischen Wahnbild wollen Juden die Weltherrschaft dadurch erlangen, dass sie Menschen in Abhängigkeitsverhältnisse zwingen (Figur der "Zinsknechtschaft"). Schon der "Glaube, dass hinter unverstandenen abstrakten Prozessen eine konkrete Macht stehe, ist strukturell und historisch antisemitisch", stellt der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn im Zusammenhang mit den Corona-Demonstrationen fest.1 Stefanie Schüler-Springorum, die Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin, erkennt: "Wenn das [antisemitische] Narrativ einmal steht, ist es egal, ob Bill Gates Jude ist oder nicht, in den Augen der Verschwörungsfachleute ist er das sowieso" und erklärt damit, warum auch das von Beuse formulierte absolute Feindbild Bill Gates antisemitisch ist.2

Sich des eigenen Antisemitismus mehr oder weniger bewusst und daher den öffentlichen Einspruch gegen ihren Antisemitismus schon vorausahnend, wurde im Telegram-Chat des Organisatorenkreises der Münsteraner Demonstrationen darüber diskutiert, ob man Menschen jüdischen Glaubens als Kronzeugen gewinnen könne. Solle das nicht gelingen, wurde vorgeschlagen, dass sich eine
an der Demonstration teilnehmende Person als orthodoxer Jude verkleiden könne. Dies ist eine übliche Strategie von Antisemiten, mit der diese sich vor dem „Antisemitismus-Vorwurf“ schützen wollen.

In der selben Telegram-Gruppe wurde ein Bild mit einem an den "Judenstern" von 1941 erinnernden "Ungeimpft"-Stern und ein an den Schriftzug "Arbeit macht frei", der unter anderem über dem Eingang des Stammlagers Auschwitz angebracht war, angelehntes Bild des Schriftzuges "Impfen macht frei" gepostet. Diese eindeutig antisemitischen Beiträge in der Telegram-Gruppe stießen auf keine Gegenrede der anderen Gruppenmitglieder.

Wir rufen die Münsteraner Zivilgesellschaft sowie die Stadt dazu auf, entschlossen gegen diese antisemitischen Vorfälle bei den Corona-
Demonstrationen Stellung zu beziehen und nicht zuzulassen, dass Hass und Hetze gegen Juden und Israel weiter zunehmen. Es liegt an uns allen, wachsam gegenüber antisemitischer Corona-Hetze zu sein und den Antisemitismus im Zusammenhang mit den Corona-Demonstrationen auch in Münster öffentlich zu thematisieren. Nur gemeinsam können wir neben dem Virus auch die Ausbreitung des Antisemitismus eindämmen und zurückdrängen.

1 Salzborn, Samuel: "Fantasien einer gegen 'das deutsche Volk' gerichteten 'Weltverschwörung'", In: DIE WELT am 16.05.2020. Online: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus208034401/Corona-Demos-Fantasien-einer-gegen-das-deutsche-Volkgerichteten-Weltverschwoerung.html.

2 Schüler-Springorum, Stefanie: Warum Verschwörung? Warum die Juden? In: DER SPIEGEL am 17.04.2020. Online: https://www.spiegel.de/kultur/corona-leugnung-und-antisemitismuswarum-verschwoerung-warum-die-juden-a-46d89ede-6bc3-43f0-9b53-5064992ad416.

Die Westfälischen Nachrichten haben unsere Pressemitteilung in folgendem Artikel zugrunde gelegt: https://www.wn.de/Muenster/4208139-Kritik-der-Deutsch-Israelischen-Gesellschaft-Antisemitische-Aeusserungen-bei-Corona-Demos

HINWEIS:

Bezüglich obiger Pressemitteilung haben wir wegen eines Zitierfehlers eine Richtigstellung vorgenommen, die Sie hier nachlesen können.



 
 

Informationen des Präsidiums